Hoch die Tassen

Mit 162 Litern pro Kopf und Jahr ist Kaffee das Lieblingsgetränk der Deutschen. Weit vor Heil- und Mineralwasser sowie Bier. Die Hamburg Coffee Company (hiernach HACOFCO) sorgt maßgeblich dafür, dass die deutschen Tassen immer gut ge­füllt sind und der Duft des Kaffees immer frisch bleibt. Die Firma ist auf Kaffee spezialisiert und handelt mit einem ver­gleichs­weise kleinen Team ein großes Handelsvolumen. Dieses insbesondere auch in einem Markt, der klimatischen, po­li­tischen sowie spekulativen Turbulenzen ausgesetzt ist. Aufseiten der finanzierenden Banken erfordert die Zusam­men­arbeit eine große Produkt­kenntnis sowie Vertrauen, um darauf gemeinsam mit den richtigen Finanzierungs­modellen zu reagieren und so Risiken zu minimieren.

Ob als Café Latte, Lungo, Latte Macchiato oder doch in Form des guten, alten Filterkaffees: Die Deutschen sind regelrechte Kaffee-Junkies. „Kaffee ist das am meisten konsumierte Getränk in der Bundesrepublik“, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands e.V. mit Sitz in Hamburg. Rund 160 Liter Kaffee trinkt jeder Deutsche statistisch im Jahr. Das entspricht rund 7,2 Kilogramm Rohkaffee, hat der Deutsche Kaffee­ver­band errechnet. Der EU-Durchschnitt lag 2015 bei nur fünf Kilogramm Rohkaffee pro Kopf. Damit trinken die Deutschen mehr Kaffee als etwa die Italiener (5,6 Kilogramm) oder die Franzosen (5,1 Kilogramm). Nur die Skandinavier – vor allem die Finnen mit 12,2, die Schweden mit 10,1 und die Norweger mit 8,8 Kilogramm Roh­kaffee pro Kopf und Jahr – greifen häufiger zur Tasse oder zum Pott.

Vom Mengen- zum Qualitätswachstum

Klar könnten die Deutschen mengenmäßig im Vergleich zu den Skandinaviern noch nachlegen. Doch schon heute verbrauchen die Bundesbürger den Kaffee­inhalt eines riesigen Containerschiffes – und das pro Tag. Und die Tatsache, dass bereits 1990 rund 7,1 Kilogramm Rohkaffee in Deutschland konsumiert wurden, spricht eher für einen gesättigten Markt. Quantitatives Wachstum ist damit nur noch begrenzt möglich, wohl aber qua­li­ta­tives: Auf der einen Seite wächst hierzulande die Zahl derer, die es laut Holger Preibisch „unkompliziert und schnell“ mögen – die Nutzer (teurerer) Kapsel und Pad-Maschinen oder stolze Besitzer von Vollautomaten. Auf der anderen Seite wächst wieder die Zahl derjenigen, die sich für das Aufbrühen wieder weit mehr Zeit nehmen möchten und nichts über den Handaufguss kommen lassen – also fast eine Wissen­schaft um Kaffeesorten, Was­ser­temperaturen und Mahlgrade betreiben.

Klein, aber fein

Marktentwicklung der „Einzelportionen“ von Kapseln und Pads
(Lebensmitteleinzelhandel inklusive Online-Vertrieb)

Marktentwicklung der „Einzelportionen“ von Kapseln und Pads 2006-2015


Quellen: Deutscher Kaffeeverband

Nicht nur To-Go boomt demnach, sondern auch die Kultur der „entschleunigten“ Kaffeehäuser kehrt offenbar zurück. Seit Gründung von HACOFCO konnte ein profundes Kaffeewissen aufgebaut werden, um so auch die wachsenden Ansprüche an Spezialitäten und Gourmet Kaffees erfüllen zu können. Es werden täglich auch in den eigenen Büroräumen mehrmals Kaffeeaufgüsse vorgenommen und die verschiedenen Sorten nach Geschmack und Aromen beurteilt. So wird auch gewährleistet, dass nur die besten Qualitäten in die Tassen der Konsumenten gelangen.

Südamerika dominiert

Wichtigste Lieferländer für Kaffeeimporte nach Deutschland im Jahr 2015 (Angaben gerundet in Tonnen) und Marktanteil in Prozent

Wichtigste Lieferländer für Kaffeeimporte nach Deutschland im Jahr 2015


Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutscher Kaffeeverband

Für Bent Dietrich sind alle Kundengruppen und alle beschriebenen Trends gleichermaßen eine neue Heraus­for­derung. Es gilt grundsätzlich sich schnell auf neue Trends umzustellen und dabei den besten Kun­den­service zu liefern. Denn die Versorgung mit Kaffees aller Art für alle möglichen Geschmäcker ist seit Jahren das Anliegen von HACOFCO. Bereits 1987 gründete Bent Dietrich das Unternehmen, dessen Geschäftsführer er an der Seite von Andreas Reyelt bis heute ist. Fünf Jahre später folgte der Start der Schwesterfirma American Coffee Cor­po­ra­tion (AMCOF) im US-Bundesstaat New Jersey. Mit nur rund 25 Mitarbeitern am Stammsitz am Hamburger Hafen und weiteren 10 in New Jersey versorgt HACOFCO seit Jahrzehnten Kunden im deutschen Markt, aber auch weit über diese Grenzen hinaus Durch die Nutzung der modernen Technik der Kommunikation werden auch Kaffees in entfernte Länder wie zum Beispiel nach Japan und Australien vermarktet.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben die Nummer zwei unter den deutschen Kaffeeim- und -exporteuren. „Jährlich handeln wir zwischen 2,5 und 3 Millionen Säcke Rohkaffee aus mehr als 30 Anbauländern.

„Die Märkte für Kaffee – übrigens nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff der Welt – gehören zu den wohl anspruchsvollsten überhaupt, aber auch die für Kakao, Wein oder Weizen. Für Unternehmen wie für Banken.“

Michael Rothehüser, Leiter Handel & Ernährung im Bereich Unternehmens­kunden der HSH Nordbank

Kaffeebohnen in einem traditionellen Kaffeesack

Kaffee wird heute längst nicht mehr nur in Säcken verschifft, sondern auch zu einem großen Teil als Bulkware. Der gute alte Sack hat aber immer noch eine große Tradition und bietet die besten Möglichkeiten zur Lagerung. So verfügt HACOFCO jederzeit über einen Warenbestand, um so schnell auf Anfragen, oder Lieferengpässe reagieren zu können. Rund zwei Drittel des Kaffees entfällt dabei auf die Sorte Arabica, der Rest auf Robusta.

Mit dem Handel von Fair Trade und Bio-zer­ti­fi­ziertem Kaffee hat sich HACOFCO früh posi­tio­niert und hat sich in diesem Segment eine große Kompetenz erarbeitet. „Der Markt­an­teil zertifizierten Kaffees beträgt in Deutschland nicht einmal 8 Prozent, allerdings macht es bei uns bereits einen Anteil von 18 Prozent aus“, berichtet Bent Dietrich.

Der Standort Hamburg ist kein Zufall. Die Nähe zum Welthafen, die teils fußläufig erreichbaren Lager und die Kaffeehandelstradition in der Hamburger Speicherstadt – all das sind unschlagbare Standortvorteile für HACOFCO.

Kein Markt wie jeder andere

Auch der Bankpartner des Unternehmens, die HSH Nordbank, residiert in der Hansestadt und hat das not­wen­di­ge Handelsgen mit dem Hafen direkt vor der Tür praktisch ins Gründungsbett gelegt bekommen. Dazu kommt ein tiefes Wissen um die Besonderheiten auf dem Gebiet der Ernährungsindustrie. „Die Märkte für Kaffee – übrigens nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff der Welt – gehören zu den wohl anspruchsvollsten überhaupt, aber auch die für Kakao, Wein oder Weizen. Für Unternehmen wie für Banken“, sagt Michael Rothehüser , Leiter Handel & Ernährung im Bereich Unternehmenskunden der HSH Nordbank.

Starke Schwankungen

Entwicklung des Rohkaffeepreises seit 2004
(Jahresdurchschnittswerte in US-cts/lb, 2016: Juni 2016)

Entwicklung des Rohkaffeepreises seit 2004 (US-cts/lb)


Quellen: Deutscher Kaffeeverband/ICO

„Auf den Kaffeepreis wirkt eine Vielzahl von Faktoren ein. Praktisch über Nacht können sich die Markt­kon­di­ti­o­nen und damit auch Finanzierungsbedingungen schlagartig ändern“, ergänzt Ute Brettschneider, Abteilungs­direk­torin in der Sparte Unter­neh­mens­kunden/Er­nährungs­wirt­schaft der HSH Nord­bank und die Kaffee­ex­per­tin des Hauses. Kaffee wird an den zwei Börsen in New York und London gehandelt. Somit ist klar, dass es „den“ Kaffeepreis gar nicht gibt. Kaffee ist zudem kein uniformes Produkt. Der Preis jeder einzelnen Warensendung wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst – von der Qualität der Sorte, über das aktuelle Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sowie den US-Dollar-Kurs bis hin zu Erntezyklen und Wetterkapriolen in den An­bau­ländern. Händler wie HACOFCO befinden sich zudem in der nicht immer einfachen Position zwischen Anbietern von Kaffee in den Ursprungsländern einerseits und den starken Handels- oder Discountketten auf der Nachfrageseite andererseits. Hierbei ist es eine Herausforderung und Funktion von HACOFCO die unter­schied­lichen Interessen der Teilnehmer zu überbrücken und das Verbindungsglied zu bilden.

„Wir brauchen einen verlässlichen Bank­partner, der die besonderen Markt­gesetze von Waren­termin­geschäften versteht und nicht bei jedem kleinsten Aus­schlag nervös wird.“

Bent B. Dietrich, Geschäftsführer der HACOFCO mbH

Der Handelsumsatz von HACOFCO summierte sich zuletzt auf die stolze Jahreszahl von rund einer halben Milliarde US-Dollar, was auf Grund der Marktbewegungen auch sehr stark schwanken kann und somit unter­schiedliche Anforderungen an die Banken stellt. Dafür brauchen die Partner ein gutes Marktverständnis, um sich so auch den schnell veränderten Marktbegebenheiten anpassen zu können. Anders formuliert: Weniger als 35 Mitarbeiter in Hamburg und New Jersey bewegen ein gewaltiges Markt-und Kapitalvolumen – mit ent­sprech­en­den Chancen und Risiken. „Da brauchen wir einen verlässlichen Bankenpartner, der die besonderen Markt­ge­setze von Warentermingeschäften versteht und nicht bei jedem kleinsten Ausschlag nervös wird“, bringt es Bent Dietrich auf den Punkt.

Gut verdrahtet im Kaffeemarkt

Besonders in Person von Ute Brettschneider hat Bent Dietrich diesen Partner gefunden. Brettschneider vertritt die HSH Nordbank auch im Deutschen Kaffeeverband, dem HACOFCO selbstverständlich ebenso angehört.

Vom einstigen Juniorfinanzierungspartner wurde die HSH Nordbank im Laufe der Zeit zu einer der wichtigsten Hausbanken von HACOFCO. Ute Brettschneider und das gesamte Team der HSH Nordbank unterstützen HACOFCO ebenso wie auch andere Firmen aus den Bereichen Handel und Ernährungswirtschaft unter anderem mit klassischen Krediten, der Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs, Devisensicherungsgeschäften, Akkreditiven, Schuldscheinen oder Factoring. Besonders beeindruckt ist Bent Dietrich von der Treue und Loya­li­tät seiner Bank: „Auch in turbulenten Zeiten hat die HSH Nordbank zu uns gestanden.“ Die jahrelange Zusam­men­arbeit von HSH Nordbank und HACOFCO ist der Beleg dafür, dass Vertrauen und gegenseitiges Verständnis über die Jahre immer mehr gewachsen sind. „Der Schlüssel zum Erfolg sind unsere häufigen persönlichen Treffen“, sagen Dietrich, Brettschneider und Rothehüser unisono. Selbstredend bei einer guten Tasse Kaffee.