Studie zum Glasfaser-Ausbau: Wachstumsmotor sind die kleinen Unternehmen

Hamburg/Kiel, 13. März 2018 - Der Ausbau des Glasfasernetzes ist für die deutsche Wirtschaft unverzichtbar – und ein wichtiger Wachstumsbeschleuniger: Pro einem Prozentpunkt höherer Glasfaserdurchdringung wächst das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 bis 1,2 Milliarden Euro, schätzt das Bundesverkehrsministerium.

Vor allem Unternehmen benötigen diese Technologie, schließlich ist ein schnelles, zuverlässiges Internet die Basis für viele Geschäftsprozesse – und auch für Technologien wie autonomes Fahren, neue Anwendungen und Mediennutzungsformen sowie die damit einhergehende Vernetzung und Datenaufbereitung. Bis 2025 soll nach EU-Vorgaben eine „fortschrittliche Informationsgesellschaft“ umgesetzt sein, die vollständig von Informations- und Kommunikationstechnik durchdrungen ist.

„Ausbau ist ohne leistungsfähige Datennetze nicht umsetzbar“

„Hochgeschwindigkeitsnetze sind für die digitale Wirtschaft heute so entscheidend, wie es einst die Elektrizitätsnetze und die Eisenbahnen für die industrielle Entwicklung waren“, sagte Steffen Leiwesmeier, Leiter digitale Infrastrukturfinanzierungen der HSH Nordbank, und Autor der jetzt veröffentlichten Branchenstudie „Glasfaser – Ausbau und Finanzierung“. Untermauert wird seine Aussage von Thomas Miller, Analyst und Mitautor der Studie: „Der politisch gewollte Glasfaserausbau ist ohne leistungsfähige Datennetze nicht umsetzbar.“ Die Studie gibt einen Überblick über den Stand des Glasfaserausbaus, zeigt die Engpässe in der Finanzierung auf, stellt verschiedene Geschäftsmodelle vor und erläutert wirksame Maßnahmen zum Risikomanagement. Außerdem kommen wesentliche Akteure und Branchenexperten zu Wort, die ihre Meinungen zum aktuellen Stand und zur künftigen Entwicklung des Glasfaserausbaus in Deutschland und seiner Finanzierung formulieren.

Der Glasfaser-Ausbau erfolgt in Deutschland in erster Linie in Eigenregie, also ohne Fördermittel oder öffentliche Zuschüsse. In diesem Marktsegment haben sich einige mittelständische Unternehmen etabliert, denn technologisch ist Glasfaser zum Datentransport ausgereift und erprobt. Jedoch sind wichtige Fragen zur Regulierung des Ausbaus noch nicht beantwortet und erschweren für Unternehmen die Einschätzung von Risiken.

„Für die Glasfaser gibt es nach heutigem Stand kein Nachfolgeprodukt. Im Gegenteil, es ist die Zukunftsinfrastruktur für die Digitalisierung und die zukünftige ‚Gigabit-Gesellschaft‘“, sagte Wolframm Rinner, Geschäftsführer der GasLINE (das Unternehmen verfügt über ein bundesweites Glasfasernetz und vermarktet diese Glasfaser-Basisinfrastruktur). Große Chancen für Investoren sieht Prof. Nico Grove, CEO des Münchner Institutes für Infrastrukturökonomie & Management: „Wer heute langfristig finanzieren will – und die nötigen Mittel dazu hat – hat die einmalige Chance, die Infrastruktur von morgen in Deutschland zu besitzen.“ Die gleiche Linie vertritt Christof Sommerberg, Leiter Public Affairs der Deutschen Glasfaser Unternehmensgruppe, mit seiner Aussage: „Das Potenzial der Glasfaser ist sehr hoch, beispielsweise für die Steuerung intelligenter Energienetze, bei denen Haushalte selbst Energie erzeugen und einspeisen.“

Wie sich die Wettbewerbsstruktur auf dem Weg zur flächendeckenden Glasfaser ändern könnte? Alexander Lucke (Geschäftsführer) und Peter-Paul Boch (Beiratsmitglied) von der DNS:NET – das Unternehmen erstellt und vermarktet Glasfaser-Infrastruktur für End- und Industriekunden im Raum Berlin und Brandenburg – sehen „zukünftig einen Markt, der deutlich mehr von Großunternehmen geprägt sein wird als aktuell. Dann gilt es, ein Oligopol und Scheinwettbewerb zu vermeiden. Denn das Innovationspotenzial kommt ganz klar von den kleinen, agilen, mittelständigen Unternehmen und Start-ups.“

Bürokratische Prozesse hemmen schnellen Anschluss der Haushalte

Gehemmt wird der schnellere Anschluss der deutschen Haushalte ans Glasfasernetz nach Meinung der Experten in erster Linie von bürokratischen Prozessen, aber auch von der wesentlich günstigeren Brückentechnologie VDSL. Solange die VDSL-Bandbreiten dem Nutzer reichen, liegen die Glasfaseranschlüsse quasi „auf Eis“. Hinzu kommt, dass die Baukapazitäten für die Planung und Verlegung von Leerrohren und Kabeln begrenzt sind. Schließlich ist die Kreditfinanzierung des Ausbaus noch nicht weit verbreitet.

Deutschland gehört im internationalen Vergleich beim Ausbau des Netzes zu den Schlusslichtern: Laut Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V.) sind aktuell 2,4 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepublik an das Glasfasernetz angeschlossen – in Schweden sind es 55 Prozent, in Lettland 63 Prozent und in Japan sogar knapp 75 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium wird ab diesem Jahr mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr an Bundesfördermitteln bereitstellen. Insgesamt wird der Investitionsbedarf auf rund 100 Milliarden Euro bis 2025 geschätzt.

Die HSH Nordbank AG ist einer der führenden deutschen Finanzierer des Glasfaserausbaus und auch auf dem europäischen Markt aktiv. Der Infrastruktursektor ist seit mehr als 20 Jahren einer der Kernbereiche der Bank.

Mehr zur Branchenstudie „Glasfaser – Ausbau und Finanzierung“

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